Mitte


October 31st, 2008

Es gibt genug Epik, bei der man erst, nachdem man sie beendet hat, weiß, ob sie einem gefällt. Nahe dem Ende ist man immer noch völlig unschlüssig, was man davon halten soll. Umgekehrt fallen mir Beispiele ein, wo man nach anfänglicher Begeisterung die Kraft weiterzulesen einfach nicht mehr aufbringen kann. Es hat also nichts Endgültiges zu bedeuten, wenn man in der Mitte eines Textes eine bestimmte Zwischenmeinung gefaßt hat. Aus qualvoller Langeweile kann immer noch helle Begeisterung werden, und blanker Neid auf einen Anfang so toll wie bei Marxens Kapital kann in tiefe Verachtung umschlagen. Nicht einmal ein vorläufiges Gut, Okay oder Scheiße in der Mitte würde einem mit Gewißheit verraten, wie man den Text am Ende finden wird. Wenn ich eine Vorahnung hätte, dürfte ich sie aber auch noch nicht verraten. Auf dem ersten Video konnte man an der Typo ja eh schon sehen, um welchen Text es sich handelt.