Aus


November 5th, 2008

Man kann die Lektüre noch so sehr in die Länge ziehen. Auf Seite 158 endet „Die Anstalt der besseren Mädchen.“ Der vorletzte Texteintrag bei Turmelnde Tauben könnte sich natürlich mit dem Ende des Romans beschäftigen. Oder sich mal den Schreibstil vornehmen. Möglich wäre auch eine Inventurliste der vorkommenden Tiere und Pflanzen. Zuletzt sogar ein Fasan mit beachtenswerten Fähigkeiten, und zu allerletzt hebt ein bekröntes Federtier in einem triumphierenden Schlußbild sein Haupt so derart überzeugend aus dem Tümpel, daß etwaige Kitschvorwürfe als rechtsbeugende Selbstgefälligkeit auf den Rezensenten zurückfallen würden. Und noch viele Tiere mehr bevölkern die schwebende Zwischenwelt der Rieselquellen und der sie behütenden Mädchen. Bei den Pflanzen kennt sich die Autorin vielleicht sogar noch besser aus. Ja ja, Pflanzenkundlerin. Und das in Kombination mit einer beiläufig eingeworfenen gnostischen Spekulation darüber, was Luzifer von den übrigen Engeln unterscheidet, nämlich seine Überhelle. Was soll man aus angelologisch-dämonologischer Sicht dazu sagen? Bestimmt nicht: Julia Zange hat es faustdick hinter den Ohren.